Immunologische Aspekte

Das Immunsystem ist ein wirkungsvolles Netzwerk aus Organen, Zellen und löslichen (humoralen) Substanzen. Wenn ein Infektionserreger in den Körper eindringt, wird das Immunsystem aktiviert. Krebszellen ändern im Vergleich zu gesunden Zellen im Zuge ihrer Entartung viele morphologische und physiologische Eigenschaften. Vor allem lassen sich Verluste der Proliferationskontrolle (die Zellen teilen sich fortlaufend) sowie Chromosomenbrüche und abweichende biochemische Reaktionen beobachten. Infolge dieser Reaktionen befinden sich an der Oberfläche der Tumorzellen keine Moleküle, die von dem Immunsystem als "fremd" erkannt und wie infektiöse Keime eliminiert würden. Die Tumorimmunologie beschäftigt sich mit der Entstehung von Tumoren, mit deren Diagnostik und mit den Therapieformen gegen die Krebserkrankung.

Innerhalb der immunologischen Abwehr unterscheidet man unspezifische und spezifische Systeme, die aus immunkompetenten Zellen und löslichen Faktoren bestehen. Die unspezifische Immunabwehr ist die erste Verteidigungslinie gegen Infektionserreger und Tumoren, die spezifische Immunabwehr vernichtet mit Hilfe von spezifischen Antikörpern und Zellen infektiöse Partikel oder entartete Zellen.

Für die Untersuchung des Immunsystems wird als Parameter die Veränderung der Zellzahl oder der Zellfunktion genommen. In unserem Labor prüfen wir die Funktion der immunkompetenten Zellen vermöge der von ihnen produzierten löslichen Faktoren, d.h. der Zytokine.

Die im Blut zirkulierende Zytokine steuern die Kommunikation zwischen Immunzellen, kontrollieren und unterstützen die Induktion von Immunreaktionen. Zytokine gewinnen eine zunehmende Bedeutung in der Krebstherapie.

Die Wirkung von Iscador auf die Produktion der verschiedenen Zytokine wird folgenderweise untersucht:

  • Aus dem Blutserum der mit Iscador behandelten Patienten werden die Zytokine bestimmt; 

  • Die isolierten immunkompetenten Zellen der therapierten Patienten werden auf ihre Zytokinproduktion geprüft.

Es ist bekannt, dass auch Tumorzellen bestimmte Zytokine absondern. Aus diesem Grund besteht die Möglichkeit, in einem in vitro Modell (welches die in vivo Verhältnisse nachahmt) an Tumorzellinien den Effekt von Iscador auf verschiedenen Zellfunktionen zu testen. Zusätzlich zur Zytokinproduktion wird auch die Proliferation der Tumorzellen ohne oder mit Iscador-Zugabe geprüft.

Publikationen: siehe hier.