Botanische Abteilung

Die Arbeit in der Botanischen Abteilung gliedert sich in die Botanische Grundlagenforschung, die Mistelkultivierung sowie die Anthroposophische Grundlagenforschung.

 

Botanische Grundlagenforschung

Als Halbschmarotzer nimmt die weissbeerige Mistel (Viscum album L.) im Pflanzenreich eine Sonderstellung ein. In Gestalt und Entwicklung verkörpert sie zahlreiche Ausnahmen von allgemeinen Prinzipien des Pflanzenwachstums. Aufgabe der botanischen Grundlagenforschung ist, mit Hilfe naturwissenschaftlicher und goetheanistischer Methoden die spezielle Morphologie, Physiologie und Entwicklungsdynamik der Mistel zu beschreiben, die Besonderheiten in übergeordnete Zusammenhänge einzubetten und Verständnisgrundlagen für die pharmakologisch-therapeutische Relevanz der Mistel zu erarbeiten.

Zur Grundlagenforschung gehören auch systematische Untersuchungen zum Vorkommen der Mistel.

Kultivierung

Praktisch zur Anwendung kommen Ergebnisse aus der Grundlagenforschung in der Mistel-Kultivierung. Auf diesem Gebiet leistet das Institut Hiscia seit über vier Jahrzehnten erfolgreiche Entwicklungsarbeit. Im Vordergrund steht die Kultivierung der Eichenmistel, deren natürliche Vorkommen im wesentlichen auf Frankreich beschränkt sind. Angebaut wird die Mistel aber auch auf Ulmen, die durch die Ulmenwelke-Krankheit in ihren natürlichen Beständen stark bedroht sind.
Neben Quantität und Qualität der angebauten Mistel ist die Nachhaltigkeit der Mistelkultivierung ein Zielparameter im Institut Hiscia.

Anthroposophische Grundlagenforschung

Lange bevor Rudolf Steiner Ende 1916 gegenüber der Ärztin Ita Wegman angeregt hat, die Mistel in der Krebsbehandlung einzusetzen, hat er sich anhand von ihm entwickelter geisteswissenschaftlicher Forschungsmethoden mit den Besonderheiten dieser seit der Antike bekannten Heilpflanze auseinandergesetzt. Dabei spielte die Bedeutung mythologischer Bilder ebenso eine zentrale Rolle wie die Anwendung der von Goethe erarbeiteten Methode zur Pflanzenerkenntnis.