Aktuelle Mistel-Literatur August 2016

Botanik

Opens external link in new windowPetersen G, Cuenca A, Moeller IM,  Seberg O (2015) Massive gene loss in mistletoe (Viscum, Viscaceae) mitochondria. Scientific Reports 5, 17588; doi: 10.1038/srep17588: Bei der hier vorliegenden ersten vollständigen Sequenzierung des mitochondrialen Genoms von V. album überraschte das Fehlen aller Gene, welche die Proteine der Atmungskette kodieren. Die spannende Frage stellt sich: Werden diese Gene in ihrer Funktion durch das Genom des Zellkerns ersetzt oder lebt V. album ohne oxidative Phosphorylierung mit Hilfe einer alternativen Energiegewinnung?

Opens external link in new windowMutlu S, Ilhan V, Turkoglu HI (2016) Mistletoe (Viscum album) infestation in Scots pine stimulates drought-dependent oxidative damage in summer. Tree Physiology, pp. 11. Doi: 10.1093/treephys/tpv135: Diese türkische Studie zeigt im Vergleich von befallenen und nicht befallenen Kiefern (Pinus sylvestris L.), dass V. album den Wasserstress und den oxidativen Stress der befallenen Wirtsbäume verstärkte (in den Nadeln gemessene Parameter: Wassergehalt, Elektrolytverlust, Malondialdehyd, verschiedene reaktive Sauerstoffradikale und antioxidative Enzyme). Dies trat vor allem in der heissen und trockenen Sommerzeit in Erscheinung und könnte Ursache für die bereits beobachtete höhere Mortalitätsrate von mistelbefallenen Kiefern sein.

 

Präklinik

Zellkulturen und murine Testsysteme

Opens external link in new windowKim MJ, Park J-H, Kwon DY, Yang HJ, Kim DS, Kang S, Shin BK, Moon NR, Song B-S, Kim J-H, Park S (2015) The supplementation of Korean mistletoe water extracts reduces hot flushes, dyslipidemia, hepatic steatosis, and muscle loss in ovariectomized rats. Experimental Biology and Medicine 240, 477-487: Durch Ovarektomie und hohe Fettdiät ausgelöste menopausale Symptome von Ratten konnten verbessert werden durch eine mit lyophilisiertem, wässrigem Extrakt von V. album ssp. coloratum angereicherte (0.6%) 8-wöchige Diät: Senkung der Serum-Konzentration von LDL-Cholesterol und Triglyceriden, Erhöhung des HDL-Cholesterols, Reduktion der Insulin-Resistenz. Das Körpergewicht und die Fettmasse blieben unbeeinflusst. Das braune Fettgewebe hingegen, das durch Oxidation von Fettsäuren Wärme produzieren kann, stieg über den Normalwert an. Die Körpertemperatur („Hitzewallungen“) näherte sich dem Normalwert.

Opens external link in new windowDelebinski CI, Twardziok M, Kleinsimon S, Hoff F, Mulsow K, Rolff J, Jäger S, Eggert A, Seifert G (2015) A natural combination extract of Viscum album L. containing both triterpene acids and lectins is highly effective against AML in vivo. PloS one 10 (8): e0133892. Doi:10.1371/journal.pone.0133892: In umfangreichen Versuchen wird gezeigt, dass ein wässriger Gesamtextrakt der Mistel und isolierte, durch Cyclodextrin solubilisierte Misteltriterpene in relativ hohen Konzentrationen die Proliferation myeloblastischer Leukämiezellen (in vitro und ex vivo) additiv resp. synergistisch hemmen und Apoptose auslösen können mit entsprechender Upregulation von Caspase 8 und 9 und Unterdrückung von Apoptose-Inhibitoren. In Mäusen mit i.v. implantierten Leukämiezellen führte die i.v. Therapie mit der gleichzeitigen Gabe von wässrigem Extrakt und Triterpenen zu einer starken Hemmung des Tumorwachstums.

Opens external link in new windowHan S-Y, Hong C-E, Kim H-G, Lyu S-Y (2015) Anti-cancer effects of enteric-coated polymers containing mistletoe lectin in murine melanoma cells in vitro and in vivo. Molecular and Cellular Biochemistry, DOI 10.1007/s11010-015-2484-1: Ein lyophilisierter Extrakt aus der koreanischen Mistel (V. album ssp. coloratum) wurde zusammen mit einem abbaubaren Polymer zu einem Granulat verarbeitet. Darin war die Freisetzung des Mistellektins bei saurem pH (Magen) blockiert und erst bei alkalischem pH (Darmtrakt) möglich. Die orale Applikation dieser Präparation bei 300 mg Lyophlisat des Mistelextraktes pro kg Körpergewicht und Tag führte zu einer signifikanten Hemmung des Wachstums von s.c. implantiertem B16F10-Melanom in Mäusen. Der Futterkonsum der behandelten Mäuse war viel grösser als bei den Kontrolltieren.

Opens external link in new windowJang JY, Kim SY, Song KS, Seong YH (2015) Korean mistletoe (Viscum album var. coloratum) inhibits amyloid β protein (25-35)-induced cultured neuronal cell damage and memory impairment. Natural Product Sciences 21 (2), 134-140:  Der Einfluss eines Methanolextraktes aus der koreanischen V. album ssp. coloratum auf neurotoxische Wirkungen des Amyloid β -Proteins (Aβ) wurde an isolierten cortikalen Rattenneuronen und in einem Gedächtnismodell mit Mäusen gemessen. Der V. album-Extrakt hemmte das Absterben, den Ca++-Influx, die Glutamat-Abgabe und die Produktion von reaktivem Sauerstoff in Aβ -geschädigten Zellen. Oral applizierter Extrakt von V. album in gedächtnisgeschädigten Mäusen (Schädigung durch intra cerebro-ventrikuläre Injektion von Aβ) verminderte dosisabhängig die Schädigung. Dieser neuroprotektive Effekt wurde im Hinblick auf eine mögliche therapeutische Wirkung bei der Alzheimer-Erkrankung diskutiert.

Opens external link in new windowSarpataki O, Pall E, Sevastre-Berghian AC, Stan RL, Hanganu D, Benedec D, Hangan AC, Sevastre B (2015) Antiproliferative effect of Viscum album alcoholic extract in vitro. Bulletin UASVM Veterinary Medicine 72 (1), 170-173: Ein alkoholischer Extrakt von V. album vom Apfelbaum zeigte im Zellkulturtest mit HeLa-Zellen und normalen Fibroblasten eine grosse Selektivität in seiner antiproliferativen Wirkung für die Tumorzellen.

Opens external link in new windowRondanelli M, Miccono A, Peroni G, Guerriero F, Morazzoni P, Riva A,Guido D, Perna S (2016) A systematic review on the effects of botanicals on skeletal muscle health in order to prevent sarcopenia. Evidence-Based Complementary and Alternative Medicine. 23 pp. DOI: 10.1155/2016/5970367: In diesem systematischen Review zur Wirkung von Pflanzenextrakten auf die Skelettmuskulatur erscheint auch die Mistel (V. album ssp. coloratum) unter der Kategorie der gegen Fatigue wirksamen Drogen. Die Mistel stimulierte die Sauerstoffverbrennung in den Mitochondrien und die Expression von zwei Muskel-stimulierenden Markern (PGC-1alpha und SIRT1) in Muskelzellen (in vitro) resp. in Mäusen (in vivo).

Opens external link in new windowKo B-S, Kang S, Moon BR, Ryuk JA, Park S (2016) A 70% ethanol extract of mistletoe rich in betulin, betulinic acid, and oleanolic acid potentiated β-cell function and mass and enhanced hepatic insulin sensitivity. Evidence-Based Complementary and Alternative Medicine. 13 pp. DOI: 10.1155/2016/7836823: Wasser- und Ethanolextrakte von V. album ssp. coloratum zeigten antidiabetische Effekte in Ratten mit partiell entferntem Pankreas nach 8-wöchiger Fütterung einer mit diesen Extrakten angereicherten (0.6%) Diät. U.a. führte sie zu erhöhtem Fettabbau in den Nebenhoden durch verstärkte Fettoxidation und zu einer Zunahme der Masse der β-Zellen im regenerierten Pankreas. In verschiedenen zellbasierten Testen zeigten sich Wirkungen auch von den im Ethanolextrakt enthaltenen Triterpenen (Oleanolsäure, Betulinsäure und Betulin): Verstärkung der Insulin-abhängigen Glukose-Aufnahme in Adipozyten und Stimulierung der Insulin-Sekretion und Proliferation von Insulinomzellen.

                                                         

                                                       Biochemie

Opens external link in new windowHong SM, Choi J-H, Jo S-J, Song SK, Lee JM, Kusakabe T (2015) Expression of recombinant Viscum album coloratum lectin B-chain in the silkworm expression system and evaluation of antioxidant activity. Biotechnology and Bioprocess Engineering 20, 515-522: Die B-Kette des Mistellektin-1 aus der koreanischen Mistel (V. album ssp. coloratum), KML-1B, wurde als rekombinantes Protein in einem System mit Larven der Seidenraupe hergestellt. Dazu wurde die klonierte Mistel-DNA in ein Bakulovirus eingebaut und so in den Seidenraupen zur Expression gebracht. Im Gegensatz zur Expression in Escherichia coli wird in diesem System das exprimierte Mistellektin glykosiliert. Eine antioxidative Wirkung dieses rekombinanten KML-1B wurde nachgewiesen.

 

 

Klinik

Kasuistik

Opens external link in new windowMetelmann H-R, Woedtke T von, Masur K, Hyckel P, Podmelle F (2015) Immunotherapy and immunosurveillance of oral cancers: Perspectives of plasma medicine and mistletoe. In: Rezaei N (ed.) Cancer Immunology: Cancer Immunotherapy for Organ-Specific Tumors. Springer, Berlin, 313-318: Unter dem Thema „Immuntherapie“ wird eine erfolgreiche Behandlung eines Plattenepithel-Karzinoms der Zunge durch peritumorale Applikation von Abnobaviscum Abietis 0.2 mg beschrieben. Die Progression der Lymphknotenmetastasen wurde gestoppt, der Primärtumor kleiner, in epitheliales Gewebe mit Keratineinschlüssen eingekapselt und umhüllt von einem inflammatorischen Bereich. Ein unbehandelter zweiter Tumor der Nieren wuchs unbeeinflusst weiter.

Opens external link in new windowSchoen-Angerer von T, Wilkens J, Kienle GS, Kiene H, Vagedes J (2015) High-dose Viscum album extract treatment in the prevention of recurrent bladder cancer: A retrospective case series. The Permanente Journal 19 (4), 76-83: In einer retrospektiven Fallserie-Studie zum Einfluss hochdosierter s.c. Applikation von Iscucin Salicis auf die Rezidivierung von reseziertem Blasenkarzinom konnten 8 Patienten evaluiert werden. Der zeitliche Ablauf von Therapiemassnahmen und Auftreten von Rezidiven zeigten in 5 Patienten einen möglichen vorteilhaften, bei 1 Patienten einen ungewissen und bei 2 einen nicht evaluierbaren Effekt der Mistelinjektionen. Fieber (bis 40oC) und lokale Rötungen traten bei den meisten der 8 Patienten auf.

Opens external link in new windowHajto T, Horvath A, Baranyai L, Kuzma M, Perjési P (2016) Can the EGFR inhibitors increase the immunomodulatory effects of standardized plant extract (mistletoe lectin and arabinoxylan) with clinical benefit? Case report of a patient with lung adenocarcinoma. Clinical Case Reports and Reviews 2 (6), 456-459: Eine Lungenkarzinom-Patientin mit einem Adenokarzinom mit multiplen Metastasen in Leber, Lymphknoten und Pleura wurde nach erfolgloser Chemotherapie (Carboplatin und Paclitaxel) im finalen Stadium einer Therapie von 7 Monaten mit einer Kombination von Erlotinib  (Tyrosinkinase-Hemmer) und Iscador M spez. 5mg (Lektindosierung 0.75 ng/kg, 2x pro Woche, s.c.) zusammen mit einer Polysaccharid-Präparat aus Reiskleie (BioBran MGN-3, 0.45 mg/kg, p.o., 2x pro Woche) unterzogen. Dadurch wurde eine fast vollständige Remission der Tumoren und eine hervorragende Lebensqualität erreicht.

Opens external link in new windowHajto T, Horváth A, Papp S (2016) Improvement of quality of life in tumor patients after an immunomodulatory treatment with standardized mistletoe lectin and arabinoxylan plant extracts. Int. J. Neurorehabilitation 3 (2), 3 pp.; doi.org/10.4172/2376-0281.1000205: Krebspatienten mit unterschiedlichen Tumorlokalisationen wurden nach mind. 6 Monaten Behandlung mit Iscador M spec. 5mg (Dosis entsprechend 0.5-1.0 ng Mistellektin (ML)/kg, 2x/Woche, s.c.) und BioBran MGN-3 (Hemicellulose aus Reis-Kleie, Dosis 15-45 mg/kg, 2x/Woche, p.o.) zur Lebensqualität befragt. 8 Fragen konnten mit Ja oder Nein beantwortet werden. Den grössten Benefit vermerkten die 35 ausgewerteten Fragebögen bei der physischen Aktivität (71% der Patienten beantworteten die Frage «Physische Aktivität verbessert» mit ja) und der Reduktion von Nebenwirkungen der konventionellen Therapie (71%). Diese günstige Beurteilung der Effekte sahen die Autoren im Zusammenhang mit einer möglichen synergistischen Wirkung von ML und Reis-Hemicellulosen als „pathogen associated molecular patterns“ (PAMP)-Liganden auf die entsprechenden „pattern recognition receptors“ von Immunzellen.

Intrakavitäre Applikationen

Opens external link in new windowRose A, El-Leithy T, vom Dorp F, Zakaria A, Eisenhardt A, Tschirdewahn S, Rübben H (2015) Mistletoe plant extract in patients with nonmuscle invasive bladder cancer: results of a phase Ib/IIa single group dose escalation study. The Journal of Urology 194, 939-943: An 37 Patienten mit nicht Muskel-invasivem Blasenkarzinom wurde die höchste tolerierte Dosis von Blasen-Instillationen mit Abnobaviscum F2 gesucht und mit Hilfe eines bei der vorausgehenden Resektion belassenen Markertumors die Remissionsrate gemessen. Auch bei 675 mg (entsprechend ca. 0.5 mg Mistellektin) wurde keine dosislimitierende Toxizität erreicht. Nach 12 Wochen (Dosis-Eskalation bei wöchentlicher Instillation in den Wochen 1-6) zeigte sich eine Remissionsrate von mind. 55.6%.

Opens external link in new windowCho JS, Na KJ, Lee Y, Kim YD, Ahn HY, Park CR, Kim YC (2015) Chemical pleurodesis using mistletoe extraction (ABNOVAviscum® injection) for malignant pleural effusion. Annals of Thoracic and Cardiovascular Surgery.7pp. DOI: 10.5761/atcs.oa.15-00230: 62 Patienten mit malignen Pleuraergüssen wurden in einer einarmigen Studie mit intrapleuralen Instillationen von Abnobaviscum F (5 Ampullen 20mg in 0.9% NaCl, Volumen?) nach der Drainage der Pleuraergüsse behandelt. 80% der Pleuraergüssen konnten mit einer Behandlung trocken gelegt werden. Die Inzidenz von unerwünschten, behandlungsbedingten Nebenwirkungen lag bei ca. 40%: Lokalreaktionen um die Einstichstelle, Fieber, Schüttelfrost und zwei schwere Nebenwirkungen, die alle ohne weitere Folgen abheilten.

Safety

Opens external link in new windowSteele ML, Axtner J, Happe A, Kröz M, Matthes H, Schad F (2015) Use and safety of intratumoral application of European mistletoe (Viscum album L) preparations in oncology. Integrative Cancer Therapies 14(2), 140-148: Anhand von Daten aus dem „Netzwerk Onkologie“ zu Demografie, Diagnose und Behandlung von Patienten mit intratumoraler Applikation von Mistel wurde Praxis und Sicherheit dieses Off-label-Use von Mistelpräparaten untersucht. Von 123 Patienten mit 862 intratumoralen Mistelapplikationen (Abnobaviscum, Helixor und wenige mit Iscucin) erfuhren 26 (21.1%) 74 unerwünschte Nebenwirkungen. Nur eine davon wurde als schwer und keine als gravierend eingestuft. Die intratumorale Anwendung der Mistel führte 3 resp. 4 Mal häufiger zu Nebenwirkungen als s.c. resp. i.v. Applikationen.

Inzidenz von CAM in Krebspatienten

Opens external link in new windowSchnöller TJ, Zengerling F, Hirning C, Jentzmik F (2015) Sekundäre Prävention bei Patienten mit oberflächlichem Urothelkarzinom. Der Urologe 6 pp., OI 10.1007/s00120-015-3839-7: Mit Hilfe eines Erhebungsbogens mit 40 Fragen wurden bei 97 Patienten mit oberflächlichem Urothelkarzinom am Universitätsklinikum Ulm die Folgen dieser Diagnose erfragt: Lebensumstände, Ernährung, Trinkgewohnheiten und Prophylaxemassnahmen. Dabei zeigte sich, dass 40% der Patienten supportive/komplementärmedizinische Massnahmen (Misteltherapie, Vitamine) in Anspruch nahmen.

Opens external link in new windowSchütze T, Längler A, Zuzak TJ, Schmidt P, Zernikow B (2016) Use of complementary and alternative medicine by pediatric oncology patients during palliative care. Supportive Care in Cancer 24 (7), 2869-2875: In Nordrhein-Westfahlen (DE) betrug der Anteil an pädiatrischen Krebspatienten, die in der palliativen Phase CAM anwendeten, in der Untersuchung von 1999/2000 38%. Dieser Anteil erhöhte sich nach 6 Jahren (2005/2006) auf 49%. Homöopathie und Misteltherapie waren die am meisten benutzten Methoden.

Reviews

Opens external link in new windowEvans M, Bryant S, Huntley AL, Feder G (2016) Cancer patients' experiences of using mistletoe (Viscum album): A qualitative systematic review and synthesis. Journal of Alternative and Complementary Medicine 22 (2), 134-144: In diesem systematischen Review wurden Publikationen über Erfahrungen von Patienten mit der Misteltherapie ausgewertet. Patienten berichten von der Verbesserung des physischen, emotionalen und psychosozialen Wohlbefindens, wie auch von einer Reduktion von Nebenwirkungen der Chemotherapie sowie von der Nebenwirkungsarmut der Mistel. Vermerkt wird von den Patienten auch die Bedeutung der Eigenaktivität bei der Selbstinjektion der Präparate (Verstärkung der Selbstregulation).

Opens external link in new windowKnottenbelt DC, Patterson-Kane JC, Snalune KL (2015) Principles of oncological therapy –Phytotherapy. In: Clinical equine oncology (Knottenbelt DC, Patterson-Kane JC, Snalune KL eds.) Elsevier, 194-197: In dieses Standardwerk „Clinical Equine Oncology“ von zwei Professoren aus UK und einem Veterinär-Pathologen aus den USA wurden die ausgezeichneten Resultate der Behandlung des equinen Sarkoids mit Iscador P aus der prospektiven, Placebo-kontrollierten, doppelblinden Studie von Opens external link in new windowChristen-Clottu et al. 2010 unter dem Titel „Phytotherapie“ aufgenommen.

 

Bücher zur anthroposophischen Misteltherapie

Opens external link in new windowBaccetti S, Di Stefano M, Rossi E (eds.) (2015) Le medicine complementari per il paziente oncologico. Sviluppo e opportunità dell'oncologia integrata. Felici Edizioni, 397pp.: Dieses italienische Buch zur komplementären Onkologie steht im Rahmen eines beispielhaften Aufbaus der Komplementärmedizin im öffentlichen Gesundheitswesen in der Region Toscana mit heute rund 100 öffentlichen Ambulatorien. Im Bestreben einer Kollaboration mit dem wissenschaftlichen „Istituto Toscano Tumori“ und durch die Teilnahme an der „European Partnership for Action Against Cancer“ entstand diese Zusammenstellung von publizierten Resultaten zur komplementären Therapie von Krebspatienten (Akupunktur, Homöopathie, Phytotherapie, Anthroposophische Medizin und Homöotoxikologie). Inhalt und Umfang der anthroposophischen Resultate, wie sie von Emanuela Portalupi sorgfältig zusammengefasst wurden (Opens external link in new windowPortalupi 2015a, Opens external link in new windowPortalupi 2015b), zeigen deutlich die führende Stellung der anthroposophischen Medizin in der CAM-basierten Onkologie.

Opens external link in new windowSelg P (2016) Mensch und Mistel – Die Begründung der onkologischen Viscum-Behandlung durch Rudolf Steiner und Ita Wegman. Band 1: 1917-1921. Salumed-Verlag, Berlin, 647 pp.: Peter Selg ist es gelungen, die Grundlagen der anthroposophischen Misteltherapie der Krebserkrankung, wie sie von Rudolf Steiner und Ita Wegman erarbeitet wurden, in dieser historischen Arbeit umfassend darzustellen und in akribischer Weise dokumentarisch zu belegen. So werden die offensichtlich über viel Jahre von Rudolf Steiner entwickelten konzeptionellen Grundlagen zur Pathologie und Therapie, die pharmazeutische Entwicklung der Mistelpräparate mit den damals schon aktuellen Fragen zu den Wirtsbaumarten, zur Extraktion und Konservierung, zu Sommer- und Wintermistel und ganz zentral zur Entwicklung der Mischmaschine, zudem die konkreten therapeutischen Fragen und die Bedeutung der Klinikgründungen in Arlesheim und Stuttgart für diese Entwicklungsarbeit dargestellt. Dabei wird die Rolle Ita Wegmans deutlich, die nicht nur durch ihre ersten Mistelpräparate und deren Anwendungen die anthroposophische Misteltherapie vor 99 Jahren inaugurierte, sondern auch die weitere Entwicklung entscheidend prägte. Im Anhang des Buches werden die ersten Fallbeschreibungen I. Wegmans (1921), O. Palmers (1924) und E. Schicklers (1924) zugänglich gemacht. Dieses Buch wird sich als ein unverzichtbares Grundlagenwerk für die historische, konzeptionelle und praktische Arbeit mit der anthroposophischen Misteltherapie der Krebserkrankung erweisen.