Mistel-Literatur: Aktuelle Publikationen (November 2012)

 

Botanik

Briggs J. (2011) Mistletoe - a review of its distribution, conservation and insect associates. British Wildlife, October 2011, 23-31: Der Vergleich einer Mistelbestandesaufnahme in England aus den Jahren 1970 und 1990 zeigt eine Tendenz der Zunahme der Mistelhäufigkeit in verschiedenen Regionen. Über 40% aller Vorkommen in England betreffen den Apfelbaum als Wirtsbaum gefolgt von der Linde mit ca. 20%.

Varga I. et al. (2012) Leaf-spot disease on European mistletoe (Viscum album) caused by Phaebotryosphaeria visci: a potential candidate for biological control. Biotechnol Lett 34, 1059-1065: Ein bereits bekannter hyperparasitischer Pilz der Mistel Phaeobotryosphaeria visci wird als tödlicher Faktor beschrieben und deshalb als Agens zur biologischen Bekämpfung der Mistel  ins Auge gefasst.

Zweifel R. et al. (2012) Pine and mistletoes: how to live with a leak in the water flow and storage system? Journal of Experimental Botany 63 (7), 2565-2578: Der kaum regulierte Wasserverlust durch V. album ssp. austriacum führt in der Kiefer Pinus sylvestris als Wirtsbaum dazu, dass letztere die Stomata weitgehend schliesst, dadurch aber ein Defizit in der Versorgung mit Kohlensäure entsteht und damit die Grenze einer positiven Kohlenstoffbilanz erreicht wird.

Amer B. et al. (2012) Novel aminoalkaloids from European mistletoe (Viscum album L.). Phytochemistry Letters 5 (3), 677-681: In dieser Arbeit werden zum ersten Mal Molekularstrukturen von Alkaloiden in Viscum album ssp. album gemessen, zudem die von zwei Alkaloiden (Trihydroxy- und Tetrahydroxy-Iminodibenzoesäure), die bisher nicht bekannt waren.

 

Präklinik

Biochemie

Vicas S. I. (2011) Comparative study about antioxidant activities of Viscum album from different host trees, harvested in different seasons. Journal of Medicinal Plants Research 5 (11), 2237-2244: Wasser- und Äthanol-Extrakte aus Blättern und Stängeln der Laubholzmistel (V. album ssp. album) auf verschiedenen Wirtsbäumen wurden mit verschiedenen Methoden auf ihre antioxidative Wirkung untersucht.

Vicas S.I. et al. (2011) HPLC fingerprint of bioactive compounds and antioxidant activities of Viscum album from different host trees. Not. Bot. Hort. Agrobot. Cluj 39 (1), 48-57: Wässrige und ethanolische Extrakte der Laubholzmistel (V. a. ssp. album) von 5 verschiedenen Wirtsbaumarten wurden auf niedermolekulare bioaktive Substanzen analysiert. 12 verschiedene phenolische Säuren, 1 Polyphenol, 3 Flavonoide, Gesamtphenol und die antioxidative Wirkung der Gesamtextrakte wurden gemessen.

Lee Y.M. et al. (2012) Inhibitory activities of pancreatic lipase and phosphodiesterase from Korean medicinal plant extracts. Phytotherapy Research 26 (5), 778-782: Im Hinblick auf eine allfällige Wirksamkeit gegen Adipositas wurden alkoholische Extrakte aus 61 verschiedenen Pflanzenarten bezüglich ihrer Hemmwirkung auf die Lipase-Aktivität (pankreatische Triacylglycerol acylhydrolase und Phosphodiesterase) untersucht. V. album ssp. coloratum und eine Sorbus-Art gehörten zu den wirksamsten Lipase-Hemmern.

 

 

Zellkulturen

Lyu S-Y, Park W-B. (2011) Gene network analysis on the effect of Viscum album var. coloratum in T cells stimulated with Anti-CD3/CD28 antibodies. Arch Pharm Res 34 (10), 1735-1749: In Microarray-Assays von menschlichen T-Zellen wurde die Expression von über 3000 Genen gemessen und dabei gezeigt, dass das Galaktose- und N-Azetylgalaktosamin-spezifische Lektin der asiatischen Mistelunterart Viscum album ssp. coloratum ein breites Spektrum von immunologisch relevanten Genen aktiviert oder hemmt. Dies betrifft u.a. Expression von Zytokinen, Zelladhäsion, Zellmotilität, Wachstum, Zelltod, Reaktion auf Zellstress usw.

Hussain M. A. et al. (2011) Antibacterial and antifungal potential of leaves and twigs of Viscum album L. Journal of Medicinal Plants Research 5 (23), 5545-5549: Gesamtextrakte von V. album (organische Lösungsmittel) zeigten antimikrobielle Effekte auf gramnegative (E. coli, Bordetella bronch., Salmonella typhimurium und zwei Arten von Pseudomonas) und grampositive (Staph. aureus, B. subtilis, Enterococcus faecis) Bakterien  und auf Pilze (Saccharomyces und Aspergillus).

Hedge P. et al. (2011) Viscum album exert anti-inflammatory effect by selectively inhibiting cytokine-induced expression of cyclooxygenase-2. PLoS ONE  7 pp. (doi:10.1371/journal-pone.0026312): In Lungen-Adenocarcinom-Zellen konnte die Arbeitsgruppe von Prof. Kaveri in Paris eine antiinflammatorische Wirkung von Iscador nachweisen. Die Zytokin (Il1-beta)-induzierte Freisetzung von Prostaglandin und die Expression von Cyclooxigenase 2 (COX-2) aber nicht von COX-1 wurden von Iscador Qu spez. gehemmt. Durch diese Selektivität unterscheidet sich die Mistel von den nicht steroidalen COX-Inhibitoren, deren nicht selektive Wirkung mit unerwünschten Nebenwirkungen verbunden ist.

Doehmer J, Eisenbraun J. (2012) Assessment of extracts from mistletoe (Viscum album) for herb-drug interaction by inhibition and induction of cytochrome P450 activities. Phytother. Res. 26, 11–17: Die Behandlung von humanen Leberzellen und Mikrosomen mit AbnobaViscum-Präparaten der drei Unterarten von V. album führte nicht zu einer Induktion oder Hemmung von Cytochrom P450 (Austestung von 9 verschiedenen Cytochromen). Damit wird weitgehend ausgeschlossen, dass die Mistelextrakte mit der Cytochrom P450-abhängigen Metabolisierung von pharmakologisch aktiven Substanzen interferieren.

Choi JH. et al. (2012) Korean mistletoe lectin regulates self-renewal of placenta-derived mesenchymal stem cells via autophagic mechanisms. Cell Proliferation 45 (5), 420-429: Eine beachtliche Selektivität von Mistellektin der asiatischen Mistel für Tumorzellen und immortalisierte mesenchymale Stammzellen gegenüber nativen mesenchymalen Stammzellen aus der Plazenta zeigte sich darin, dass zytotoxische Wirkungen nur in den Tumorzellen und in den immortalisierten Stammzellen zu beobachten war, während die nativen Stammzellen in ihrer Proliferation sogar stimuliert wurden.

Hong C-E,  Lyu S-U.(2012) The antimutagenic effect of mistletoe lectin (Viscum album L. var. coloratum agglutinin). Phytotherapy Research 26 (5), 787-790: Mit zwei verschiedenen Stämmen von Salmonella typhimurium (AMES-Test) und einer Reihe von mutagenen Substanzen konnte eine antimutagene Wirkung eines Mistellektins aus V. album ssp. coloratum nachgewiesen werden.

Zhao YL. et al. (2012) Cytotoxic constituents of Viscum coloratum. Zeitschrift für Naturforschung. C, Journal of biosciences 67 (3-4), 129-134: 19 verschiedene sekundäre Pflanzensubstanzen wurden in der asiatischen V. album ssp. coloratum identifiziert darunter Triterpene, Flavonoide usw. und ihre zytotoxischen Wirkungen gemessen.

 Murine Testsysteme

Hajto T. et al. (2011) Difficulties and perspectives of immunomodulatory therapy with mistletoe lectins and standardized mistletoe extracts in evidence-based medicine. Evidence-based Complementary and Alternative Medicine, Article ID 298972, 6 pp. (doi:10.1093/ecam/nep191): In diesem Review über immunmodulatorische Wirkungen von Mistellektin wird auf eine Korrelation der Wirkung von Mistelextrakten und ihren Lektingehalten im Tiermodell hingewiesen, mögliche Wirkmechanismen diskutiert und die Wünschbarkeit aber auch die Schwierigkeiten einer Lektinstandardisierung der Mistelpräparate dargestellt.

Li L.N. et al. (2011) Down-regulation of some miRNAs by degrading their precursors contributes to anti-cancer effect of mistletoe lectin-I. British Journal of Pharmacology 162 (2), 349-364: In dieser chinesischen Arbeit wird für das ML1-analoge CM1 (Chinese Mistletoe Lectin 1) aus V. album ssp. coloratum eine starke antitumorale Wirkung (KolorektalCa-Zellen) in-vivo (Nacktmäuse) und in-vitro nachgewiesen und ein neuer molekularer Wirkmechanismus gezeigt. CM1 reduzierte die kolorektale Tumorigenese fördernden miRNAs (miR-135a&b), indem es durch direkten  enzymatischen Abbau Precursor dieser miRNAs abbaute.

Sekeroglu V. et al. (2012) Viscum album L. extract and quercetin reduce cyclophosphamide-induced cardiotoxicity, urotoxicity and genotoxicity in mice. Asian Pacific Journal of Cancer Prevention 12 (11),  2925-2931: Mit einem methanolischen Extrakt aus der Laubholzmistel konnten bei p.o. Gabe in Mäusen und bei i.p. Applikation in Ratten (250 mg/kg/Tag) die schädigenden Wirkungen von Cyclophosphamid weitgehend verhindert werden. Dazu wurde auch das Auftreten einer antimutagenen Wirkung beobachtet. Quercetin als Bestandteil der Mistel zeigte als Reinsubstanz in diesen Versuchen besonders stark ausgeprägte Effekte.

Park K-H. et al. (2012) The effect of mistletoe, Viscum album coloratum, extract on innate immune response of Nile tilapia (Oreochromis niloticus). Fish and Shellfish Immunology 32 (6), 1016-1021: Die Infektionsanfälligkeit eines in Afrika und im Fernen Osten gezüchteten Speisefisches (eine Buntbarschart) wurde durch Zusatz von 10-200 mg Mistelpulver pro kg Trockenfutter massiv reduziert (Steigerung des Überlebens von 43% in der Kontrollgruppe auf 83% in der 50 mg Mistelgruppe). Dieser Effekt war begleitet von einer Stimulierung diverser immunologischer Parameter.

Gupta G. et al. (2012) Sedative, antiepileptic and antipsychotic effects of Viscum album L. (Loranthaceae) in mice and rats. Journal of Ethnopharmacology 141 (3), 810-816: Die asiatische Mistel V. album ssp. coloratum wird in der Volksmedizin in Indien auch zur Behandlung von Epilepsie und Schlaflosigkeit verwendet. In verschiedenen Tiermodellen (Mäuse und Ratten) wurden die Effekte von p.o. aufgenommenem Mistelextrakt (heisse, wässrige Extraktion; Dosis: 2 g trockener Extrakt/kg Tier) auf Parameter wie Schlafdauer, Bewegungsaktivität, Häufigkeit induzierter epileptischer Anfälle, Krämpfe usw. gemessen. Tatsächlich führte diese hohe Dosis zu sedativen, antiepileptischen und antipsychotischen Effekten.

Jung H-Y. et al. (2012) Korean mistletoe (Viscum album coloratum) extract improves endurance capacity in mice by stimulating mitochondrial activity. Journal of Medicinal Food 15 (7), 621-628: Ein wässriger Extrakt aus der asiatischen V.album ssp. coloratum (tägliche Dosis 1 g lyophilisierter Extrakt pro kg) steigerte die Leistungsfähigkeit von Mäusen (Schwimm-Dauer und Renn-Distanz bis zur Erschöpfung) um den Faktor 2 bis 2.5! Biochemische Untersuchungen zeigen Stimulierungen der Mitochondrien-Aktivität, die zu diesem Anti-Fatigue-Effekt beitragen könnten.

Şekeroĝlu Z-A. et al. (2012) Effects of Viscum album L. extract and quercetin on methotrexate-induced cyto-genotoxicity in mouse bone-marrow cells. Mutation Research - Genetic Toxicology and Environmental Mutagenesis 746 (1), 56-59: Eine Vorbehandlung von Mäusen mit einem methanolischen Mistelextrakt (250 mg/kg p.o. täglich während 10 Tagen) und auch mit reinem Quercetin (Bestandteil von Mistelextrakten) verbesserte die Metothrexat-induzierten  Chromosomenaberrationen und Verschlechterungen des Mitoseindexes in den Knochenmark-Zellen.

 

Klinik

Kasuistiken

Kameda G. et al. (2011) Nodal anaplastic large-cell lymphoma ALK-1 - with CD30+ cutaneous lymphoproliferation treated with mistletoe: spontaneous remission or treatment response? Klin Padiatr 223, 364-367: In dieser Kasuistik wird die Remission eines Lymphoms mit Lymphknoten- und Hautmanifestation einer CD30+ T-Zell-Lymphoproliferation nach Misteltherapie (AbnobaViscum Fraxini, i.v. und .sc.) beschrieben.

 Kirsch A. and Hajto T. (2011) Case reports of sarcoma patients with optimized lectin-oriented mistletoe extract therapy. Journal of Alternative and Complementary Medicine 17(10), 973-979: 6 Fälle von Sarkom-Patienten, die mit niedrig dosiertem Iscador spez. Tumorremissionen zeigten, werden vorgestellt und ein Zusammenhang dieser Resultate mit einer Verbesserung der natürlichen Immunität durch die „optimierte“ Dosis von 0.75 – 1 ng Mistellektin pro kg Körpergewicht diskutiert.

Bouzek T. (2012) Misteltherapie bei Patienten mit Hirntumoren: 3 Kasuistiken. Der Merkurstab 65 (3), 249-256: Mit diesen 3 Kasuistiken macht Bouzek deutlich, dass es möglich ist, trotz der oft diskutierten Gefahr einer intrakraniellen Druckerhöhung Hirntumor-Patienten auch parenteral mit Mistel zu behandeln und dass dabei günstige Verläufe beobachtet werden können.

Girke M. et al. (2012) Aszites bei Non-Hodgkin-Lymphom (V.a. splenales Lymphom): Remission nach viermaliger intraperitonealer Viscum-album-Instillation. Der Merkurstab 65 (3), 257-258: Eine vollständige Remission eines Aszites mit nachgewiesener klonaler B-Zell-Neoplasie wurde mit Helixor erreicht.

 

Überleben/Lebensqualität

Brandenberger M. et al. (2012) An exploratory study on the quality of life and individual coping of cancer patients during mistletoe therapy. Integrative Cancer Therapies 11 (2), 90-100: Diese prospektive Kohortenstudie zeigt signifikante Verbesserungen der Lebensqualität (Fragebogen: EORTC QLQ-C30 Version 3.0 ) der 25 Tumorpatienten durch 3 Monate Misteltherapie. In Ergänzung dazu wurden Interviews durchgeführt, deren Analyse auf eine gute Krankheitsbewältigung vor dem Hintergrund der Misteltherapie hinweist.

 

Brandenberger M. et al. (2012) Lebensqualität von Brustkrebspatientinnen während der Misteltherapie: eine qualitiative Studie. Schweizerische Zeitschrift für Ganzheitsmedizin 24 (2), 95-100: Im Rahmen einer explorativen, prospektiven Kohortenstudie zur Lebensqualität unter Misteltherapie bei Krebspatienten wurden die Interviews mit den in der Kohorte enthaltenen 4 MammaCa-Patientinnen analysiert. Eine subjektive Verbesserung der Lebensqualität nach 3 Monaten Misteltherapie wurde festgestellt und beinhaltete eine Verbesserung des Befindens aber auch den Erwerb von persönlichen Fähigkeiten, die für die Krankheitsbewältigung relevant waren.

Süsskind M. et al. (2012) Adverse drug reactions in a complementary medicine hospital: a prospective, intensified surveillance study. Evidence-based Complementary and Alternative Medicine, article ID 320760, 8 pp., doi: 10.1155/2012/320760: Diese prospektive Studie zur Sicherheit der anthroposophischen Arzneimittel durchgeführt am Gemeinschaftskrankenhaus Havelhöhe in Berlin zeigt, dass unerwünschte Nebenwirkungen von anthroposophischen Arzneimittel selten auftreten und auf milde Symptome begrenzt sind.

Galun D. et al. (2012) Phase III trial on mistletoe extract versus no antineoplastic therapy in patients with locally advanced or metastatic pancreatic cancer. European Journal of Integrative Medicine 4, 11-12  und    Galun D. et al. (2012) Mistletoe extract therapy versus antineoplastic therapy in patients with locally advanced or metastatic pancreatic cancer: a randomized clinical phase III trial on overall survival. Annals of Oncology 23 (Supplement 9), 712P: Diese beiden Abstracts vom 5th ECIM in Florenz (21.-22. Sept. 2012) und vom ESMO-Kongress in Wien (18. Sept.-2. Okt. 2012) geben eine erste Darstellung von Resultaten der Zwischenauswertung einer randomisierten Phase III-Studie zur Wirksamkeit von Iscador Qu spez. auf Überleben und Lebensqualität bei fortgeschrittenem Pankreas-Karzinom. Sowohl das Überleben als auch die Lebensqualität waren so stark und hochsignifikant verlängert resp. verbessert, dass das unabhängige Monitoring Committee wegen bewiesener Wirksamkeit der Misteltherapie aus ethischen Gründen den Abbruch der Studie veranlasste.

 Review/Metaanalyse

Ostermann T, Büssing A. (2012) Retrolective studies on the survival of cancer patients treated with mistletoe extracts: A meta-analysis. Explore 8 (5), 277-281: Diese Metaanalyse, die schliesslich nur 4 retrolektive Studien umfasst, zeigt mit einem Hazard Ratio von 0.59 einen moderaten Effekt der Misteltherapie auf das Überleben der Patienten. Methodologische Schwächen des retrolektiven Studiendesigns werden diskutiert. 

Puri M. et al. (2012) Ribosome-inactivating proteins: Current status and biomedical applications. Drug Discovery Today 17 (13-14), 774-783: In diesem Review über RIPs wird deutlich, dass das rekombinante Mistellektin das einzige der bekannten RIPs ist, von dem bereits klinische Resultate vorliegen.

 „Politische“ Stellungnahme

Enthaler N. (2012) Mistelextrakt in der Onkologie. Zeitschrift für Allgemeinmedizin 88 (4), 147-148: An prominenter Stelle wird hier wieder einmal die Meinung vertreten, dass  Mistelextrakt keinen Vorteil im Hinblick auf Überleben oder Ansprechen des Tumors hat. Ein möglicher Nutzen bezüglich Lebensqualität bei Brustkrebspatientinnen wird zugestanden, gleichzeitig aber auch auf das Auftreten von schweren Nebenwirkungen (Anaphylaxie) hingewiesen.

 Ethnomedizin

Bhat TA. et al. (2012) Study of some medicinal plants of the shopian district, Kashmir (India) with emphasis on their traditional use by Gujjar and Bakerwal tribes. Asian Journal of Pharmaceutical and Clinical Research 5 (2), 94-98: Eine ethnomedizinische Studie mit Befragung von traditionellen Heilern aus zwei alten Volksstämmen im Kaschmir registrierte, dass V. album zur Behandlung von Migräne (Auflegen einer Paste aus Mistelblättern auf den Kopf), Epilepsie (2-5 g Pulver von getrockneten Mistelfrüchten in Milch 2mal täglich während 10 Tagen) und Rheumatismus (Dekokt als Bad) benutzt wurde.