Mischprozess

Im Mittelpunkt des pharmazeutischen Verfahrens zur Verarbeitung der Mistel steht ein technisch anspruchsvoller Prozess, in dem die Extrakte aus Sommer- und Wintermistel auf bestimmte Art vermischt werden. Dieser Mischprozess beruht auf konkreten Hinweisen Rudolf Steiners und ist ein charakteristischer Bestandteil des Iscador-Herstellungsverfahrens. Die dabei einzusetzende Maschine stellt hohe Anforderungen an das Material, das im Zuge industrieller Entwicklungen erst Anfang der 1970er Jahre zur Verfügung stand. 

Das Prinzip beruht darauf, dass Sommer- und Wintersaft der Mistel sich im äusseren, hochgebogenen Rand einer sehr schnell rotierenden Titanscheibe durchdringen. Diese Scheibe hat einen Durchmesser von 1 m und rotiert mit 10'000 Umdrehungen pro Minute. Das führt im Scheibenrand zu einer Geschwindigkeit von ca. 1'900 km/h und Fliehkräften von 55'000-facher Erdbeschleunigung (1 kg hat unter diesen Kräften ein Gewicht von 55 Tonnen). Diese Umstände stellen extreme Ansprüche an die einzusetzende Verfahrenstechnik.

Der Sommersaft tropft aus 1 m Höhe durch 12 Tropfer vertikal in den Rand der Scheibe. Der Wintersaft wird kontinuierlich eingebracht und spreitet auf der Scheibenoberfläche horizontal aus. Beide Mistelsäfte werden dann im Scheibenrand zum Wirkstoff Iscador vereinigt.

Durch die Mischung von Sommer- und Winterextrakt auf der Maschine entsteht der eigentliche Wirkstoff für das Mistelpräparat Iscador. Dieser Wirkstoff weist ein erweitertes Spektrum von Qualitäten auf, die sich in speziellen Prüfverfahren nachweisen lassen.