Neue Arzneimittel zur Krebstherapie aus der Mistel Viscum album

«Leimartige Substanz» (Viscin): «Namentlich» auch die «Leimsubstanz» (das sogenannte Viscin) schlägt Rudolf Steiner zur Verarbeitung zu einem Mistelpräparat vor. Die besondere pharmazeutische Herausforderung dieses entsprechenden Projektes liegt in der Fettlöslichkeit des Mistelleims. Zur Applikation eines leimhaltigen Präparates muss diese – an sich absolut wasserunlösliche – Substanz entweder in eine fettlösende Grundlage oder in eine wässrige Emulsion eingearbeitet werden. Beide Varianten werden von uns verfolgt. Die Entwicklung einer Viscinsalbe zur topischen Anwendung auf der Haut ist schon weit gediehen und hat erste Resultate bei der Therapie des weissen Hautkrebses (des Basalioms), des Plattenepithelkarzinoms und der aktinischen Keratose gezeigt. Damit gelang der erste Nachweis einer anti-tumoralen Wirksamkeit der von Rudolf Steiner empfohlenen Leimsubstanz der Mistel.

Wirtsbäume: Die Beeinflussung der pharmakologischen und klinischen Wirkung der Mistel durch ihren Wirtsbaum ist ein Thema, dem schon viel Arbeit gewidmet wurde. Gleichwohl besteht dabei weiterhin ein grosser Forschungs- und Entwicklungsbedarf. Der Einbezug von neuen Wirtsbäumen zur Behandlung von spezifischen Krebserkrankungen gehört dazu. So wird seit kurzem auch ein Viscum-Präparat von der Robinie (Robinia pseudoacacia) als Magistralrezeptur zur Verfügung gestellt.

Applikationsarten: Die übliche Anwendung von Mistelpräparaten erfolgt durch Injektionen unter die Haut (subcutan). Die anthroposophisch-menschenkundlichen Grundlagen der Krebserkrankung deuten aber darauf hin, dass andere Anwendungsarten auch sinnvoll sein können (peroral, intravenös, intracutan, intracavitär, intra- und periläsional). Jede Applikationsform braucht ein entsprechendes Präparat.