Morphologie

Typisch für zweikeimblättrige Blütenpflanzen (Angiospermae), ist die Polarität einer zentripetal in das Innere der Erde vordringenden Wurzel und einer zentrifugal entfalteten, reich beblätterten Sprossachse.

Die Mistel bildet anstelle der gravitropen Wurzel ein charakteristisches Haustorialsystem: der vom jungen Holz des Wirtes umwachsene Senker verschafft ihr Anschluss an dessen Wasserleitsystem, mittels Rindensträngen breitet sich das Haustorium längs und quer zur Wirtsachse aus.

Der Jahrestrieb der Mistel besteht nur aus einem Stengel, einem endständigem Blattpaar und einem Blütenstand. Verglichen mit der spiralig ansetzenden Blattfülle vieler anderer Pflanzen erscheint der Mistelspross ausgesprochen reduziert.

 

 

An die Aufklärung der morphologischen Strukturen von Mistelhaustorium und Mistelspross knüpft sich in der botanischen Forschung die Frage an, wie die Mistel mit der Polarität positiv und negativ geotrop wirkender Bildekräfte umgeht.

Männliche und weibliche Blüten kommen bei der Mistel auf getrennten Büschen vor. Als zweihäusige, aber nicht windblütige Pflanze ist sie bei der Bestäubung auf winteraktive Insekten wie Ameisen, Fliegen, Schwebfliegen und Hummeln angewiesen.

Charakteristisch für die Laubholzmistel ist, dass in der Frucht mehrere Embryonen heranwachsen. Nadelholzmisteln dagegen sind in der Regel monoembryonal. Gegenstand der Untersuchungen sind die Faktoren der Polyembryonie und ihre Relevanz für die Wirtsbaumbesiedlung.

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